Heute ist dieses Schriftwort, das ihr soeben vernommen haben, zur Erfüllung gekommen.
/ Siegfried Fleck
2. 2
Dennoch kam er im Geist des Elia, wie es auch der Engel des Herrn zu Zacharias gesagt hatte. Elia liebte die Einöde, er hatte besondere Kleidung und redete gegen Isebel und ihre Verderbtheit. Es war ein einfacher, rauer Mann, gefüllt mit Heiligem Geist. Das gleiche sehen wir bei Johannes dem Täufer; er war ebenfalls ein Mann der Einöde mit eine besonderen Kost und einem besonderen Gewand. Auch er rügte die Verderbtheit der Frauen wie im Fall Herodias — aber gefüllt mit Heiligem Geist.
In Mal. 3, 23 lesen wir weiter, dass der Prophet Elia gesandt wird, ehe der große und furchtbare Tag des Herrn kommt! Ich frage, war es der furchtbare Tag des Herrn , als der Herr Jesus zum ersten Mal kam? Sagte nicht der Engel des Herrn den Hirten in Luk. 2, 10-11: »Fürchtet euch nicht! Denn wisset wohl: ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volke widerfahren wird; denn euch ist heute ein Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr , in der Stadt Davids.«
Selbst Jesus zitierte den Prophet Jesaja in Luk. 4, 17-19: »Da reiche man Ihm das Buch des Propheten Jesaja; und als Er das Buch aufrollte, traf Er auf die Stelle, wo geschrieben steht: ›Der Geist des Herrn ist über Mir, weil Er Mich gesalbt hat, damit Ich den Armen die frohe Botschaft bringe; Er hat Mich gesandt, um den Gefangenen die Freilassung und den Blinden die Verleihung des Augenlichts zu verkünden, die Unterdrückten in Freiheit zu entlassen, ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen.‹«
Als der Herr Jesus das erstemal kam, kam Er als Erlöser, voller Liebe; Er kam, um zu retten, um das kostbare Gnadenjahr des Herrn auszurufen; Er kam, um den Gefangenen die Freiheit zu bringen usw. Hier wird nichts gesagt vom Feuer, vom Verderben, vom Gericht und dem Tag der Vergeltung. Das Wort, welches der Herr aus Jesaja gelesen hatte, endet nämlich nicht da, wo der Herr aufgehört und das Buch geschlossen hat. Das Wort des Propheten geht an der Stelle weiter, doch es bezieht sich dann erst auf das zweite Kommen des Herrn. Doch der Herr Jesus las ganz genau nur das, was sich auf Sein erstes Kommen bezog.
Der Tag des Herrn , der große und furchtbare, ist etwas ganze anderes, in jedem Fall ist es keine sehr frohe Botschaft. Dazu lesen wir in Mal. 3, 19-24: »Denn wisset wohl: es kommt der Tag, brennend wie ein Ofen, da werden alle Übermütigen und alle, die gesetzlos handeln, wie Stoppeln sein, und verbrennen wird sie der Tag, der da kommt — so hat der Herr der Heerscharen gesprochen —, so dass von ihnen weder Wurzel noch Zweig übrigbleibt! Euch aber, die ihr Meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen mit Heilung in ihren Flügeln; und ihr werdet ausziehen und hüpfen wie Jungvieh und werdet die Gottlosen zertreten; denn sie sollen zu Staub werden unter euren Fußsohlen an dem Tage, wo Ich es vollführe! — so hat der Herr der Heerscharen gesprochen. Bleibet also eingedenk des Gesetzes Meines Knechtes Mose, dem ich am Horeb Satzungen und Verordnungen für ganz Israel aufgetragen habe. Wisset wohl; Ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des Herrn kommt; der wird das Herz der Väter den Söhnen und das Herz der Söhne ihren Vätern wieder zuwenden, damit Ich nicht kommen muss und das Land mit dem Bannfluch schlage!«
Weiter lesen wir in Jesaja 13, 6-9 und 11-13: »Heulet! Denn nahe ist der Tag des Herrn ! Wie ein Wetterschlag kommt er vom Allmächtigen! Darum hangen alle Arme schlaff herab, und jedes Menschenherz verzagt; sie geraten in Bestürzung; Krämpfe und Wehen befallen sie; wie ein Weib in Geburtsnöten winden sie sich! Einer starrt den andern an, ihre Gesichter glühen wie von Flammenröte übergossen! Wissen wohl: der Tag des Herrn kommt, ein erbarmungsloser, voll von Grimm und Zornesglut, um die Erde zur Öde zu machen und die auf ihre lebenden Sünder von ihr zu vertilgen. … Ja heimsuchen will Ich am Erdkreis jegliche Bosheit und den Gottlosen ihre verschuldung; dem Hochmut der Stolzen will Ich ein Ende machen und den Hochmut der Gewalttätigen erniedrigen. ICH will die Männer seltener werden lassen als Feingold und die Sterblichen seltener als Golderz von Ophir. Darum will Ich den Himmel erzittern lassen, und die Erde soll von ihrer Stätte wegrücken beim Grimm des Herrn der Heerscharen, und zwar am Tage Seines lodernden Zorns.«
In 1. Thess. 5, 2-5 steht: »… ihr wisst ja selber genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen: ›Jetzt herrscht Friede und Sicherheit‹, gerade dann überfällt sie das Verderben plötzlich wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden sicherlich nicht entrinnen. Ihr aber, liebe Brüder, lebt nicht in Finsternis, dass der Tag euch wie ein Dieb überraschen könnte; denn ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages: wir haben mit der nacht und der Finsternis nichts zu schaffen.«
In 2. Thess. 2, 2 lesen wir: »Lasst euch nicht leichthin aus der ruhigen Überlegung in Aufregung versetzen und euch durch nichts erschrecken, weder durch eine Geistesoffenbarung noch durch eine Äußerung oder einen Brief, die angeblich von uns herrühren, als ob der Tag des Herrn schon da wäre.«
Weiter finden wir in 2. Petr. 3, 10: »Kommen aber wird der Tag des Herrn wie ein Dieb; and ihm werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber in der Flammenglut sich auflösen, und die Erde wird mit allen Menschenwerken, die auf ihr sind, in Feuer aufgehen.«
In Offbg. 6, 12 steht: »Weiter sah ich; als das Lamm das sechste Siegel öffnete, da entstand ein gewaltiges Erdbeben; und die Sonne wurde schwarz wie ein härenes Sackkleid, und der Mond wurde wie Blut.«
Daraus geht hervor, dass Johannes der Täufer im Geist Elias kam und genau nur das vor dem ersten Kommen des Herrn erfüllte, was von ihm geschrieben stand. So erfüllte auch Jesus genau das prophetische Wort, das von Ihm für Sein erstes Kommen geschrieben stand. Und genauso verhält es sich jetzt vor Seinem zweiten Kommen.
Wie könnte der Tag des Herrn kommen, ohne dass es Seinem Knecht, dem Propheten, kundgetan würde? Wie könnten sich die Tage Noahs und Lots wiederholten, ohne dass ein Prophet hier wäre? Zuerst teile Gott Noah mit, was Er lehren möchte, Er gab ihm Sein Wort, welche Noah im Auftrage Gottes predigte. Ehe aber die Sintflut kam, ehe ein einziger Regentropfen fiel, waren Noah und seine Familie in Sicherheit; Gott selbst hatte die Tür hinter ihm geschlossen (1 Mose 6, 13 und Kap. 7).
So war es auch in den Tagen Sodoms. »Flüchte dich eilends dorthin! Denn ich kann nichts tun, bis du dorthin gekommen bist.« (1. Mose 19, 22). Ehe es aber zu etwas kommen konnte, verhandelte Gott in der Gestalt des Engels des Herrn mit Abraham und machte ihn mit Seinem Vorhaben vertraut.
»Da dachte der Herr : ›Soll Ich vor Abraham geheim halten, was Ich zu tun vorhabe?‹« (1. Mose 18, 17). Wer den ganzen Zusammenhang mit Abraham kennt, weiß auch, dass sein Name ursprünglich Abram und der Name seiner Frau Sarai gewesen ist. Die Veränderung fand im 17. Kapitel statt.
Im 18. Kapitel lesen wir, dass zu Abraham drei Männer kamen und, ohne dass Abraham sich ihnen vorgestellt hätte, nannte einer ihn Abraham und fragte nach Sara, seiner Frau. »Da fragten sie ihn: ›Wo ist deine Frau Sara?‹« 81 Mose 18, 9). Dabei wurde auch die geheimen Gedanken des Herzens von Sara offenbar. Dieser Einer, den Abraham Herr nannte, blieb bei Abraham und tat ihm alles kund, was Er zu tun gedachte. Die beide Engel gingen nach Sodom, um Lot und seine Familie herauszuführen. Darüber hinaus wurde Abraham, also der Gruppe, der die Verheißung galt, ein übernatürliches Zeichen gegeben, das darin bestand, dass die Geheimnisse der Menschen, ihrer Herzen, offenbar wurden. Wir sehen, dass die beiden Engel in Sodom die Bewohner mit Blindheit schlugen: »… dann schlugen sie die Männer vor dem Eingang des Hauses mit Blindheit, klein und groß, so dass sie sich vergebens bemühten, den Eingang zu finden.« (1. Mose 19, 11).
Gab der Herr Jesus den Juden und den Samaritern nicht das gleiche Zeichen? Dazu lesen wir in Johannes 1, 46-52: »Da sagte Nathanael zu ihm: ›Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?‹ Philippus erwiderte ihm: ›Komm mit und sieh!‹ Als Jesus den Nathanael auf sich zukommen sah, sagte Er von ihm: ›Siehe da, in Wahrheit ein Israelit, in dem kein Falsch ist!‹ Nathanael fragte ihn: ›Woher kennst Du mich?‹ Jesus antwortete ihm mit den Worten: ›Noch ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, habe Ich dich gesehen.‹ Da antwortete Nathanael: ›Rabbi, Du bist Gottes Sohn, Du bist der König von Israel!‹ Jesus gab ihm zur Antwort: ›Du glaubst, weil Ich dir gesagt habe, dass Ich dich unter dem Feigenbaum gesehen habe? Du wirst noch Größeres als dies zu sehen bekommen.‹ Dann fuhr Er fort: ›Wahrlich, wahrlich Ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes über dem Menschensohn hinauf- und herabsteigen sehen.‹«
Dazu gehören auch die verse 40-42 aus demselben Kapitel: »Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und hinter Jesus hergegangen waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: ›Wir haben den Messias‹ — das heißt übersetzt ‘den Gesalbten’ — ›gefunden.‹ Er führte ihn dann zu Jesus; dieser blickte ihn an und sagte: ›Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas — das heißt übersetzt ‘Fels’ — heißen.‹«
Und Joh. 4, 7-9 und 16-19: »Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus bat sie: ›Gib Mir zu trinken!‹ — Seine Jünger waren nämlich in die Stadt weggegangen, um Lebensmittel zu kaufen. Da sagte die Samariterin zu Ihm: ›Wie kommst Du dazu, da Du doch ein Jude bist, von mir, einer Samariterin, einen Trunk zu erbitten?‹ — die Juden haben nämlich mit den Samaritern keinen Verkehr —.«
»Da sagte Jesus zu ihr: ›Geh hin, rufe deinen Mann und komme dann wieder hierher!‹ Die Frau antwortete: ›Ich habe keinen Mann.‹ Jesus erwiderte ihr: ›Du hast mit Recht gesagt: ‘Ich habe keinen Mann’; denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Ehemann; damit hast du die Wahrheit gesagt.‹ Die Frau entgegnete Ihm: › Herr , ich sehe: Du bist ein Prophet.‹«
Der Herr Jesus sagte, dass, wenn Er kommt, es sein würde wie in den Tagen Noahs und in den Tagen Lots. Vergessen wir nicht, dass dort drei waren. Der eine gab das Zeichen, die beiden anderen schlugen mit Blindheit. Die Ankündigung wurde der Gruppe gegeben, der die Verheißung zustand, denen machte der Herr Seinen Ratschluss kund. Den Juden und den Samaritern wurde ein Zeichen gegeben, woran sie Ihn erkannten. Es war das Zeichen des Messias. Die einen erhielten das Licht für ihre Stunden, in der sie lebten, und sahen die Erfüllung des Wortes Gottes. Die anderen, die Pharisäer, die Schriftgelehrten, die Doktoren, die Kardinäle, die Superintendenten und die, die Schulen und Seminare durchlaufen waren, wurden mit Blindheit geschlagen, sahen und verstanden nicht.
Wie sollte also die Sendung des Propheten, von dem Maleachi sagte: »Wisset wohl; Ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des Herrn kommt; der wird das Herz der Väter den Söhnen und das Herz der Söhne ihren Vätern wieder zuwenden, damit Ich nicht kommen muss und das Land mit dem Bannfluch schlage!« (3, 23-24), sein?