Herzlich grüße ich Euch alle in dem teuren Namen des HERRn Jesus Christus mit dem Wort aus 2. Kor. 13:11-13: „Zuletzt, liebe Brüder, seid getrost! Laßt euch zurechtbringen, nehmt Ermahnungen an, seid eines Sinnes und haltet Frieden, dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.“ Von allen lokalen Gemeinden hat die zu Korinth dem HERRn und Seinem Apostel am meisten Not bereitet. An keine andere wurden so viele Briefe geschrieben, in keiner wurden solche Probleme und Nöte behandelt wie hier. Hinzu kamen die Auseinandersetzungen mit den Brüdern, die sich selbst in den Dienst gestellt und empfohlen hatten. Weil dem Paulus das Geheimnis des Leibes Jesu Christi geoffenbart wurde, lag es ihm sehr am Herzen, diesen lebendigen Organismus ungestört in Funktion zu sehen. Ihm ging es nicht um die Theorie der Dinge, die in Streitgesprächen ausgetragen werden, sondern um die Verwirklichung der gottgewollten Sendung der Gemeinde. Die Aufforderung: „…laßt euch zurechtbringen…“ richtet der Apostel an alle Gläubigen zu allen Zeiten. Wer soll nun wen zurechtbringen? Wer soll zurechtgebracht werden und auf welche Weise? Wer sieht überhaupt die Notwendigkeit, zurechtgebracht werden zu müssen, ein? Sind wir nicht alle zu jeder Zeit bereit, andere zurechtzubringen und, wenn nötig, sogar zurechtzustauchen? Doch wie sieht es mit uns selber aus? Es genügt ja nicht, daß andere zurechtgebracht werden: wir, ich und du, müssen uns zurechtbringen lassen und einander im Geist der Sanftmut dienen. Nur so kann eine tiefgreifende Änderung erreicht werden. Hier wird nicht gesagt, daß wir. andere zurechtbringen sollen, sondern, daß wir uns zurechtbringen lassen sollen . „…nehmt Ermahnungen an…“ schreibt der Mann Gottes den Gläubigen. Sind wir uns nicht auch in diesem Punkt darüber einig, daß Wir schnell bereit sind, andere zu ermahnen? Aber wehe, wenn uns jemand ermahnt! Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir in den Augen Gottes überhaupt schon als Gemeinde des HERRn angesehen werden. Wenn wir uns nicht zurechtbringen und ermahnen lassen, kann der HERR uns nicht gebrau1 chen. Erst wenn uns geholfen ist, können wir anderen helfen und einander als Glieder Handreichung tun. „…seid eines Sinnes…“ so lautet die nächste Aufforderung. Doch wie ist das möglich, wenn ein jeder seine eigene Denkweise hat und in ihr beharrt? Es ist nur da möglich, wo die Gesinnung Jesu Christi in jeden Gläubigen und damit in die Gemeinde hineinkommen kann. Die von Gott gewirkte Einheit und Verbindung jedes einzelnen zum HERRn wird darin münden, daß alle mit dem HERRn und miteinander eines Sinnes sein können in der Gesinnung Jesu Christi. „…und haltet Frieden…“ Es ist mit der Hilfe Gottes möglich, man muß es nur wollen. Der Mensch hat in allen Dingen eine freie Willensentscheidung bekommen, doch müssen wir bereit sein, unseren Willen in den Willen Gottes zu legen. Soweit es an uns liegt, dürfen wir am Frieden festhalten. Wem das aus Gnaden gelingt, dem gibt der HERR die Kraft, das, was von uns gefordert wird, in die Tat umzusetzen. An das, was wir bis hierher behandelt haben, wird die Verheißung geknüpft: „…dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein…“ Wir sagen zwar, daß Gott mit uns ist, aber fragen wir uns doch einmal ernsthaft, ob es wirklich so ist. Kann der Heilige Geist Zeugnis davon ablegen und es durch uns bestätigen? Der HERR hat versprochen, mit uns zu sein bis an das Ende der Welt, und gab die Verheißung der mitfolgenden Zeichen, welche die Gläubiggewordenen begleiten würden. Wenn wir die Bedingungen erfüllen, die im ersten Teil dieses Verses geschrieben stehen, dann wird Gott Seine Zusage halten und aus Gnaden mit uns sein. „…Grüßt einander mit dem heiligen Kuß…“ So wird es denen geboten, die Gott und die Brüder lieben. Da, wo durch den Geist Gottes die Liebe in unsere Herzen ausgegossen wird, kommt das Wesen Jesu hervor. Seine Tugenden und Eigenschaften werden zu einem festen Bestandteil unseres neuen Lebens. Wir sind dann in der Liebe Gottes innig miteinander verbunden und können uns als Brüder mit dem heiligen Kuß grüßen. Dann befindet sich niemand darunter, der den HERRn oder die Seinen nach dem Kuß verrät. „…es grüßen euch die Heiligen alle…“ Das gleiche trifft auf diese Zeit zu. Alle Heiligen grüßen alle Heiligen in der ganzen Welt. Sie sind durch Den, Der heilig ist und sich für sie geheiligt hat, miteinander verbunden und Seiner Heiligkeit teilhaftig geworden. Das hebräische Wort dafür bedeutet, abgesondert und durch diese Absonderung geweiht und heilig gemacht zu sein. Gott hat uns vor Grundlegung der Welt erwählt, hat uns abgesondert, 2 herausgerufen und zu Seinem höchsten Zweck bestimmt. Das völlige Heil und die vollkommene Rettung kommen vom HERRn. Nichts haben wir hinzufügen können. Wir sind die Begnadigten, Seine Heiligen und Geliebten. „…die Gnade des HERRn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen…“ Was für ein gewaltiger Ausspruch! Nachdem der Apostel so viel zu ermahnen und zu tadeln hatte, schließt er unter der Leitung des Geistes mit diesen Worten seinen Brief an die Gemeinde. Seit langer Zeit wird dieser letzte Vers am Ende eines Gottesdienstes verwendet. Die Gnade ist aber nur mit denen, die von Gott begnadigt wurden, nach dem Wort der Schrift: „Wem Ich gnädig bin, dem bin Ich gnädig, und wessen Ich Mich erbarme, dessen erbarme Ich Mich.“ Die Liebe Gottes ist nur mit denen, die von Gott durch Jesus Christus herausgeliebt wurden. Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes kann auch nur da in Wirklichkeit sein, wo die Gläubigen den Heiligen Geist empfangen haben. Diese Gemeinschaft des Heiligen Geistes kann nur unter den Abgesonderten, Geheiligten und Geliebten sein. Die tatsächliche Erfüllung mit Heiligem Geist ist notwendig, damit es zu dieser wahrhaftigen Gemeinschaft kommt.