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Ewald Frank

21. 10. 1989, 19:30

Thema: 1.Korinther 4,1-2: Jeder Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes muss treu erfunden werden!

ausgestrahlt am 3. 1. 2026

… dass wir das nicht nur singen oder hören, sondern wissen, dass es so ist.

Der Herr sagte [Joh 14:3]: "Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten und werde wiederkommen, um euch zu mir zu nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin."

Und das glauben wir.

Wir glauben, wenn die Zeit vollendet ist und der Tag des Heils zu Ende geht, dass der Herr wiederkommt, um alle zu sich zu nehmen, die seine Erscheinung liebgehabt haben, die damit gerechnet haben, dass er wiederkommt, die diese lebendige Hoffnung in sich getragen haben.

Die längste Zeit haben wir gewartet. Wir rechnen in der Tat in unsere Generation mit der Wiederkunft des Herrn. Die Zeichen der Zeit sagen es deutlich und wir dürfen aufmerksam sein und geöffnete Augen haben und sehen, wie sich Gottes Wort vor unseren Augen erfüllt.

Wir heißen alle aufrichtig und ehrlich willkommen in dem Namen des Herrn. Fühlt euch wohl in unserer Mitte, und möge Gott uns wirklich gemeinsam segnen. Spürbar, sichtbar segnen, dass wir es nicht nur sagen, sondern dass es zu sehen wäre, dass wir Gott erlebt haben.

Vor Kurzem habe ich es hier schon gesagt: Jedes Mal, wenn der Herr etwas tat, haben die Menschen ihn dafür gepriesen, sie haben es am Leibe, an der Seele, am Geiste persönlich erlebt.

Wir müssen Gott erleben, anders geht es nicht.

Wir müssen Gott erleben - und er kann erlebt werden.

Die Zeit, die uns alle noch übrigbleibt, ist nicht allzu lange. Ich glaube wirklich, dass das Kommen des Herrn ganz nahe gerückt ist.

Natürlich haben wir in diesem Lande bessere Möglichkeiten als in Ländern des Ostens, was die Verkündigung und Verbreitung des Wortes in andere Länder betrifft.

Aber dem Herrn dienen kann man überall.

Und je mehr äußerer Druck, umso inniger kann die Verbindung mit Gott sein. Äußerer Druck braucht nicht ein Hindernis zu sein, im Gegenteil, es kann zum Guten gereichen.

Dennoch sind wir dem Herrn dankbar, dass wir noch Freiheit haben und das Wort verkündigen können, wie es geschrieben steht.

Auch diese Zeiten mögen sich ändern, in Kürze ändern.

Ich habe bei meinem letzten Besuch auf den Philippinen gehört und auch gesagt bekommen, wie der römisch-katholische Bischof jeden Sonntagmorgen in seiner Andacht vor all den Sekten warnt und so weiter, dass die Leute nicht hingehen sollen.

Aus den afrikanischen Ländern kommen die Nachrichten immer wieder, dass die Versammlungsfreiheit beschnitten wird.

Ich habe aus Ghana einige Blätter bekommen, wo Gesetze gemacht werden, dass alle schon lange bestehenden Gemeinden, auch wenn sie 100 Jahre lang bestehen, sich alle neu einschreiben, registrieren lassen müssen und so weiter.

Die Freiheit wird nicht lange andauern. Deshalb wollen wir die Zeit, die Gott uns geschenkt hat, dazu nutzen, die wirkliche Wahrheit unvermischt hinauszuposaunen und in alle Welt zu tragen.

Als die Sänger das zweite Lied gesungen haben von der Herrlichkeit, vom Jenseits, von dem, was uns erwartet, dann kam mir der Gedanke, dass es Menschen gibt, die nicht glauben können und die sich fragen - oder ich bin schon gefragt worden: "Hat jemand uns Bescheid geben können, der drüben war, zurückgekommen ist und uns berichten könnte, wie es da aussieht und so weiter?"

Wir brauchen nicht dorthin, um zu wissen.

Gott hat es uns sagen lassen und er hat den Menschen, die bereits hineinschauen durften in die Herrlichkeit. Und von unserem Herrn steht es geschrieben, dass er der treue und wahrhaftige Zeuge ist, der Erstgeborene aus den Toten. [Offb 1:5] Dann steht immer Hebräer-Brief [Hebr 12:1]: „Weil wir eine solche Wolke von Zeugen haben…”

Gott hatte Menschen auf Erden, die mit ihm verbunden waren, die schon Dinge gesehen haben, die noch in der Zukunft liegen.

Ich denke an Paulus, an Johannes auf der Insel Patmos, in welch einer wunderbaren Weise diese Menschen, obwohl auf Erden, einen Einblick in die Herrlichkeit tun konnten.

In 2. Korinther, Kapitel 12, hier gibt Paulus sein Zeugnis mit den Worten – 2. Korinther, Kapitel 12, von Vers 2:

(2) Ich weiß von einem Menschen in Christus, dass er vor vierzehn Jahren bis zum dritten Himmel entrückt wurde; ob er dabei im Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, ob außerhalb des Leibes, weiß ich auch nicht, Gott weiß es.

(3) Und ich weiß von dem betreffenden Menschen — ob er im Leibe oder ohne den Leib gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es —,

(4) dass er in das Paradies entrückt wurde und unsagbare Worte hörte, die ein Mensch nicht aussprechen darf.

(5) Als ein solcher Mensch will ich mich rühmen, in Bezug auf mich selbst aber will ich mich nicht rühmen als nur wegen der Schwachheiten.

Soweit dieses teure und heilige Wort.

Paulus nahm Bezug auf sein Erlebnis. Männer Gottes haben von Zeit zu Zeit übernatürliche Erlebnisse gehabt, um im Glauben gestärkt zu werden, ermutigt zu werden, dass sie vorwärtsgehen können in Glaubensgewissheit, dass der Herr mit ihnen ist.

Johannes hat auf der Insel Patmos ja vieles gesehen. Im 21. Kapitel der Offenbarung berichtet er von Vers 2 - Offenbarung 21 von Vers 2:

(2) Und ich sah die heilige Stadt, ein neues Jerusalem, aus dem Himmel herabkommen von Gott her, ausgestattet wie eine für ihren Bräutigam geschmückte Braut.

(3) Dabei hörte ich eine laute Stimme aus dem Himmel rufen: »Siehe da, die Hütte Gottes ist bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein; ja, Gott selbst wird unter ihnen sein

(4) und wird alle Tränen aus ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, und keine Trauer, kein Klaggeschrei und kein Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.«

Es freut mich jedes Mal, wenn ich lese hier zum Beispiel "Und ich sah…" - oder Paulus in seinem Bericht - er sah, er erlebte, er war dabei. Nicht Annahmen, sondern ganz reelle Erlebnisse mit Gott.

Wir glauben daran, wir glauben, dass Menschen auf Erden Erlebnisse mit Gott haben können, die solche Realität sind, wie irdisch Dinge hier Realität sind. Gott ist Realität. Gott kann erlebt werden, auch heute Abend hier in unserer Mitte.

In dem Gedanken daran, dass unser geliebter Bruder mit seiner ganzen Familie zu uns gekommen ist, habe ich an das Wort aus 1. Timotheus, dem 5. Kapitel denken müssen von Vers 17 mit Bezug auf die Ältesten.

Gott hat ja Älteste überall in die Gemeinden gesetzt, Wächter auf Zions Mauern, Vorsteher in den Gemeinden, die dem Volke Gottes zu dienen haben.

In 1. Timotheus, dem 5. Kapitel von Vers 17 steht:

(17) Die Ältesten, die sich in ihrem Vorsteheramt bewähren, sollen doppelter Ehre würdig geachtet werden, besonders die, welche als Prediger und Lehrer mit Eifer tätig sind;

Wir merken aus dieser Schriftstelle, dass Älteste nicht nur zum Gebet gerufen werden, wenn Gläubige krank sind, zur Gemeinde Gehörende krank sind, wie es in Jakobus 5 geschrieben steht, sondern hier wird uns gesagt, dass sie im Vorsteheramt bewährt sind und sollen doppelter Ehre würdig sein, besonders die, welche sich als Prediger und Lehrer mit Eifer betätigen.

Älteste können Prediger sein, sie können Lehrer sein, sie können Aufgaben haben, die Gott verteilt - und zwar zur Auferbauung der Gemeinde.

Dann soll man ihnen auch den Mund nicht verbinden, wie geschrieben steht in Vers 18:

(18) denn die Schrift sagt (5.Mo 25,4): »Du sollst einem Ochsen beim Dreschen das Maul nicht verbinden« und: »Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.«

Wenn der Lohn nicht auf Erden kommen wird, dann kommt er gewiss in der Herrlichkeit. 

Gott wird die Belohnung denen zuteilwerden lassen, die mit Eifer, mit aller Hingabe das Wort verkündigt und die Sache Gottes, das Reich Gottes an erster Stelle gesetzt haben, um so dem Herrn und seinem Volke zu dienen.

Von Vers 19 steht:

(19) Gegen einen Ältesten nimm keine Klage an, außer aufgrund der Aussagen von zwei oder drei Zeugen.

- und so weiter.

Wir alle kennen ja die heilige Schrift ziemlich gut. 

Und das soll auch dabei bleiben: Wir sollen diejenigen, die Gott gebraucht, wirklich schätzen und achten, dem Herrn dafür danken. 

Und wie Bruder Russ vor Kurzem sagte: Lieber hier einen Blumenstrauß reichen und einander achten und schätzen, als nach dem Heimgang eines Gottesmannes einen riesen Kranz zum Grabe zu tragen und vielleicht dann dort zu weinen.

Wir sollen uns hier mit denen freuen, die Gott gesetzt hat, damit die Herde Christi geweidet wird mit dem Wort des Herrn.

Wir sind dankbar für alle Brüder, die neu hinzukommen, dankbar für unsere geliebten Brüder an diesem Ort.

Gemeinsam wollen wir dem Volke Gottes und dem Herrn dienen mit der Gabe und dem Auftrag, den er uns erteilt hat.

2. Timotheus, Kapitel 2 steht - ich möchte das absichtlich lesen, weil es um die biblische Lehre geht.

2. Timotheus, Kapitel 2:

(1) Tritt du nun, mein Sohn, durch die Gnade, die in Christus Jesus ist, kraftvoll auf

(2) und vertraue das, was du von mir unter Bestätigung vieler Zeugen gehört hast, zuverlässigen Personen an, die befähigt sein werden, wieder andere zu unterweisen.

Es ist einfach so, dass jede Lehre weitergegeben wird; und alle, die sie hören, sollen dann in der Lage sein, zumal (= wenn) sie zum Dienst gerufen wurden, dieselbe Lehre genauso weiterzutragen.

Vor Kurzem sagte ein Bruder mit Bezug auf einen anderen: "Der hat es im Kopf, aber nicht im Herzen."

Ihr Lieben, wir wollen stets dafür Sorge tragen, darum bemüht sein, dass wir nicht nur eine Lehre über Gott, über Taufe und verschiedene Dinge weitergeben.

Wir wollen darum bemüht sein, dass es eine göttliche Offenbarung ist, die uns kostbar geworden ist. Kein Lehrstreit, kein Punkt, über den man streitet, sondern göttliche Wahrheiten, die uns kostbar geworden sind, die wir anderen weitergeben können in demselben Geiste und der gleichen Offenbarung, wie sie den Männern Gottes am Anfang zuteilgeworden sind.

Paulus hat es denen anvertraut, die wieder andere lehren sollten.

Und so möge Gott uns als dienenden Brüdern Einsicht, Weisheit, Gnade, Offenbarung schenken, dass wir die Dinge, wie sie dem Apostel Paulus und anderen von Gott zuteil wurden, dass sie uns zuteil werden. Dass wir lehren, was sie gelehrt haben, predigen, was sie gepredigt haben, taufen, wie sie getauft haben, um so in völliger Übereinstimmung mit Gott und Gottes Wort zu sein und dem Volke Gottes das zu bringen, was richtig ist.

Irgendwo schreibt Paulus, ich weiß im Moment nicht genau, aber er schreibt: "Du hast dir meine Lehre zur Richtschnur genommen.".

Dann nimmt er dasselbe Wort, “zu deiner Speise” gemacht.

Ich werde es vielleicht gleich finden, ich habe es heute auch gelesen.

Ja, 1. Timotheus, Kapitel 4 - und das hat mich innerlich sehr berührt. 1. Timotheus, Kapitel 4, Vers 6:

(6) Wenn du dieses den Brüdern vorhältst, wirst du ein löblicher Diener Christi Jesu sein, weil du zu deiner Speise die Worte des Glaubens und der guten Lehre machst, die du dir zur Richtschnur genommen hast.

Speise, das Wort ‘Speise’.

Ich habe nachgeschlagen, was unser Herr gesagt hat, und zwar im Johannes-Evangelium - im Johannes-Evangelium dem 4. Kapitel. Johannes Kapitel 4, Vers 34:

(34) Jesus erwiderte ihnen: »Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende.

Amen.

Nicht nur irdische Speise - Jesus hat es gesagt, mit Bezug auf das alttestamentliche Wort im 5. Mose [Mt 4:4]:

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes kommt.

Und Jesus sagt hier:

(34) … »Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende.

Paulus schreibt an Timotheus, wie wir es eben gelesen haben - 1. Timotheus 4, Vers 6:

(6) Wenn du dieses den Brüdern vorhältst, wirst du ein löblicher Diener Christi Jesu sein, weil du zu deiner Speise – zu deiner Speise – die Worte des Glaubens und der guten Lehre machst, …

Die Worte des Glaubens sind die Worte Gottes; und die Worte Gottes sind die gesunde Lehre. Dann kommt die Betonung dahinter:

(6) … die du dir zur Richtschnur genommen hast.

Es gibt ein Wort im Korinther-Brief, das Paulus geschrieben hat. Ich werde sehen, ob ich es vielleicht doch noch finde. Es müsste im Korinther-Brief stehen, wo er ebenfalls ermahnt, dass niemand über das Zeugnis der Schrift hinausgehen soll. Wer weiß, wo das steht? In diesem Zusammenhang wäre es sehr wichtig, dass wir gerade das noch lesen.

Es wird wahrscheinlich im 1. Korinther sein, ich habe es mir nicht so genau gemerkt. Lesen wir von 1. Korinther Kapitel 4 und dann müssen wir es irgendwo finden. Wir lesen aus 1. Korinther Kapitel 4 von Vers 1:

(1) Dafür halte uns jedermann, nämlich für Diener Christi und für Verwalter der Geheimnisse Gottes.

Welch ein gewaltiges Wort.

Nicht nur Gemeindeleiter, nicht nur Älteste, nicht nur im Dienst der Gemeinde stehend, sondern: „Verwalter der Geheimnisse Gottes“ - Diener Christi.

Dafür…“, so schreibt Paulus, „… halte uns jedermann.“

Ich lese noch einmal:

(1) Dafür halte uns jedermann, nämlich für Diener Christi und für Verwalter der Geheimnisse Gottes.

Man kann einen Menschen nur für das halten, was er wirklich ist.

Paulus war der Mann, der sagen konnte, immer wieder sagen konnte [Eph 3:5]: „Mir ist das Geheimnis, das den Menschenkindern verborgen geblieben ist durch alle Zeitalter, durch Offenbarung zuteil geworden.“

Wie oft hat Paulus geschrieben: „Ich sage euch ein Geheimnis…“

Er schrieb von dem Geheimnis Gottes in Christo, immer wieder von Geheimnissen, von Dingen, die vorher verborgen waren und nun geoffenbart wurden.

(1) Dafür halte uns jedermann, nämlich für Diener Christi und für Verwalter der Geheimnisse Gottes. [1Kor 4:1]

Mögen wir als Brüder an diesem Orte, die wir an Worte dienen, hier eingestuft werden können mit diesen Männern Gottes. Obwohl wir die Geringsten sind, haben wir Anteil an derselben Verkündigung, an der gleichen Offenbarung.

Bei Gott hat sich nichts geändert – dasselbe Wort, das gleiche Evangelium, dieselbe Lehre; dasselbe ist geblieben und wird bleiben, bis der Herr wiederkommt. Wenn wir in den Fußtapfen der Apostel wandeln, dann haben wir die Apostellehre und Praxis - tun, was sie getan haben und predigen, was sie gepredigt haben.

In Vers 2 schreibt Paulus:

(2) Bei dieser Sachlage verlangt man allerdings von den Verwaltern, dass ein solcher treu erfunden werde.

Auch dazu schenke Gott Gnade, dass wir von allem, was er geoffenbart hat, nichts unter den Tisch fallen lassen, sondern auf den Leuchter stellen, damit alle erleuchtet werden und in die Geheimnisse Gottes tief hineingeführt werden.

Es genügt also nicht, Verwalter der Geheimnisse Gottes zu sein, man muss treu erfunden werden in dem, was man zu verwalten hat.

Gott, der Herr, mache uns treu in dem Dienst, den wir zu verrichten haben – denn die größte Aufgabe, die es auf Erden gibt, ist für die Gemeinde des lebendigen Gottes, weil sie eine Aufgabe für die Ewigkeit ist.

Politiker höchsten Ranges haben zeitliche Aufgaben, sie kommen und gehen.

Gott aber hat einen ewigen Plan mit der Menschheit und diesen ewigen Plan führt er aus. Er hat durch Propheten geredet und ihn dann verwirklicht in Christus, Jesus, unserem Herrn und durch Apostel die Verkündigung dieses Heilsratschlusses Gottes auf den Leuchter stellen lassen, sodass Paulus mit Gewissheit sagen konnte [Apg 20:27]: „Ich habe euch den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt.“

Er war ein treuer Mann.

Der Herr hatte ihn so geformt, so gemacht, dass er das, was er vorher kannte und wusste, als Kehrricht geachtet und das, was Gott ihm gegeben hatte, als wertvoll angenommen hat. Und er ist selber ein Teil dessen geworden und hat es dann treu verwaltet. Und wir sind sehr dankbar für all die Briefe, die er geschrieben hat, dass auch wir von dem, was ihm zuteil wurde, dass wir Anteil daran haben können.

In 1. Korinther 3, Vers 9 schreibt der Apostel:

(9) Denn Gottes Mitarbeiter sind wir; Gottes Ackerfeld, Gottes Bau seid ihr.

Stellt euch vor! Wenn man hier sagen würde: „Brüder arbeiten zusammen, sind Mitarbeiter an der gleichen Sache…“ - und hier schreibt Paulus: „… denn Gottes Mitarbeiter sind wir.“

Nicht Mitarbeiter einer Denomination, einer Gemeinde, eines Bruders - Gottes Mitarbeiter. Mitarbeiten dürfen an der Sache Gottes, Anteil haben an dem, was Gott tut - das ist der Punkt, auf den es ankommt.

„… denn Gottes Mitarbeiter sind wir.“

Welch eine Erklärung.

Hat er zu hoch gegriffen?

Nein, Gott hat Menschen gebraucht, um die Arbeit zu tun. Die Arbeit ist Gottes Arbeit, aber er nimmt zur Mitarbeit, wen er nehmen möchte; und wir stehen ihm dabei zur Verfügung.

In Vers 16 - 1. Korinther 3, Vers 16 und 17:

(16) Wisst ihr nicht, dass ihr ein Tempel Gottes seid und dass der Geist Gottes in euch wohnt?

(17) Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr!

Gott hat einen Bau auf Erden, einen lebendigen Bau, der zu ihm, dem Herrn, dem lebendigen Stein, dem Eckstein hinzugefügt wird. [1Pt 2:5]

Als lebendige Bausteine werden wir in diesen heiligen Bau Gottes gefügt, lebendig gemacht durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist, damit wir Anteil an der göttlichen Natur bekommen und so ein Teil der Sache Gottes selber werden.

Von Vers 6, in 1. Korinther 4, schreibt Paulus:

(6) Ich habe das Gesagte aber, liebe Brüder, auf mich und Apollos bezogen mit Rücksicht auf euch, damit ihr an uns das Wort verstehen lernt: »Nicht hinausgehen über das, was geschrieben steht!«, damit sich niemand für den einen gegen den anderen aufblähen möge.

Besonders der Gedanke: „Nicht hinausgehen über das, was geschrieben steht.“

Ich glaube, dass wir alle an dieser Stätte mit tief dankbarem Herzen sagen können, dass uns der Herr diese Gnade geschenkt hat, in den Schranken des Wortes Gottes zu bleiben - und das um jeden Preis.

Es ist, Gott sei Dank, nicht vorgekommen, dass wir jückende Ohren hatten und Lehren gewünscht hätten, die uns Dinge verkündigen, die nicht schriftgemäß sind.

Hier wurden keine Fabeln verkündet, sondern das klare und wahre Wort Gottes, die gesunde Lehre, die uns gesund gemacht hat, nach dem Wort der Schrift [Ps 107:20]: „Er sandte sein Wort und machte sie gesund.“

Eine kranke Lehre macht krank, eine gesunde Lehre macht gesund.

„Du hast dir die gesunde Lehre zur Richtschnur genommen.” [1Tim 4:6]

„Sie ist deine Speise geworden.”

Möge das bei uns so ganz und gar eintreffen und auch dabei bleiben.

„Damit ihr an uns das Wort verstehen lernt“ - an uns.

Paulus hat sich immer mit einbegriffen. Er hat nicht über andere geurteilt, selbst in Galater 1, Vers 8 nicht. Er sagte dort nicht um den Ausschluss seiner Persönlichkeit: „Wenn irgendjemand anders…“ Nein, er hat sich immer mit einbezogen - und das ist eigentlich das beste Kennzeichen eines wirklichen Gottesmannes.

Lass mich das hier lesen in Galater, Kapitel 1, Vers 8:

(8) Aber auch wenn wir selbst

„Wenn wir selbst…“ – die Brüder, die um ihn waren, nicht „nur die anderen“, sondern:

(8) Aber auch wenn wir selbst oder ein Engel aus dem Himmel euch eine andere Heilsbotschaft verkündigten als die, welche wir euch verkündigt haben…

Seht ihr, er zieht die Linie so scharf.

Er will sagen: "Wenn wir eines Tages etwas anderes sagen würden, als wir durch Offenbarung gesagt haben, dann trifft uns der Fluch." So gewiss war er sich der Offenbarung, der Offenbarung Jesu Christi, die ihm zuteilgeworden ist, wie er ja hier in Galater 1, Vers 12 deutlich sagt.

In Bezug auf das Evangelium gesagt [Gal 1:12]:

(12) Ich habe sie ja auch nicht von einem Menschen empfangen, noch sie durch Unterricht erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.

So ist bis auf den heutigen Tag. Wir können lehren, aber Offenbarung kann nicht weitergegeben werden. Offenbarung des Geistes ist eine persönliche Sache zwischen dir und dem Herrn. Wir können Gottes Wort nur predigen, um die Verbindung zu Gott herzustellen. Dann kommt der Punkt, wo durch die Verkündigung die Menschen die Verbindung mit Gott suchen und finden und dann ihr persönliches Erlebnis haben.

Und dann kann es ihnen niemand mehr nehmen, weil es eine göttliche Offenbarung ist.

Ich lese den Vers noch einmal, Vers 6:

(6) Ich habe das Gesagte aber, liebe Brüder, auf mich und Apollos bezogen mit Rücksicht auf euch, damit ihr an uns das Wort verstehen lernt: »Nicht hinausgehen über das, was geschrieben steht!«…

Dank sei Gott, dass ich mir persönlich dieses Wort wirklich ins Herz geschrieben weiß.

„… nicht über das hinausgehen, was geschrieben steht.“

Wer würde wissen, ob es da noch stimmt oder nicht? Aber wenn wir in den Schranken dessen bleiben, was geschrieben steht, dann wissen wir, dass es stimmt, weil es Gottes Wort ist. Und Himmel und Erde werden vergehen, aber Gottes Wort bleibt in Ewigkeit.

(6) … damit sich niemand für den einen gegen den anderen aufblähen möge.

In dem Moment, wo Menschen über das Zeugnis der Schrift hinausgehen, entstehen Parteiungen; es entsteht so vieles, was vor Gott nicht recht ist.

Auch wenn solche Dinge als Offenbarung hingestellt werden, so muss man einfach sagen, dass Gott nichts vergessen hat.

Was er sagen wollte, hat er gesagt.

Was er offenbaren wollte, hat er offenbart.

Was er lehren wollte, hat er lehren lassen, denn alles, was zum Heilsratschluss unseres Gottes gehört, ist in diesem Worte Gottes enthalten.

Niemand darf etwas hinzufügen, aber auch wegtun sollte niemand etwas. [Offb 22:19]

Auch diese Mahnung müssen wir uns zu Herzen nehmen, denn beides steht geschrieben – das ‘Wehe’ über den, der hinzufügt, genauso wie das ‘Wehe’ über den, der davon wegnimmt.

So möge der Herr uns in der Tat Gnade schenken, allezeit an seinem Worte festzuhalten und das, was er gesagt hat, was er geoffenbart, was er lehren ließ und niedergeschrieben wurde, dass wir es von Herzen als Wort Gottes aufnehmen und den Geist Gottes durch das Wort wirken lassen.

Wir glauben, dass wir durch das Blut des Lammes erlöst worden sind.

Wir glauben, dass Gott uns sein Wort geschenkt hat und seinen Geist, damit sein Wort und sein Geist in der bluterkauften Schar, in den wahren Gotteskinder wirksam sein kann.

Da, wo das Wort nicht ist, kann der Geist nichts ausrichten. Der Geist kann nur gemäß dem Worte Gottes wirken, gemäß den Verheißungen, die Gott gegeben hat.

„Gott sprach und es war da.“ [1Mo 1:3]

Wenn Gott nichts spricht, geschieht gar nichts. Gott redet durch sein Wort; und sein Wort ist Geist und Leben.

Mögen wir das, was wir heute hier betrachtet haben, in uns aufnehmen, dem Herrn dafür dankbar sein, dass wir dieses Vorrecht haben, das unvermischte Wort Gottes zu hören, zu verkündigen, dass wir in der Tat Verwalter der mannigfaltigen Geheimnisse Gottes sein dürfen.

Als solche möchten wir treu erfunden werden.

Gott ist true; und er kann uns zu solchen treuen Dienern des Wortes machen, die einfach nicht anders können, sondern in der Tat Mitarbeiter Gottes sind, wie Paulus hier geschrieben hat [1Kor 3:9]: „… denn Gottesmitarbeiter sind wir.“

Gott tut die ganze Sache. Er hat uns nur zu dieser Arbeit mit hinzugezogen, dass wir ihm Handreichung tun dürfen bei dem, was er selber tut, denn so hat es unser Herr in Matthäus 16 gesagt [Mt 16:18]: „Ich will bauen meine Gemeinde.“

Er baut die Gemeinde, er nimmt aber Mitarbeiter, Apostel, Propheten, Hirten, Lehrer und Evangelisten, [Eph 4:11] er nimmt Älteste, er nimmt Männer, Vorsteher, wen er will, zur Mitarbeit an der Sache, die er selber tut.

Ihr wisst, er selber hat die Gemeinde erlöst, er baut sie, er wird sie vollenden und er wird sie heimnehmen.

Er hat aber Knechte früh und spät gerufen, zu seiner Mitarbeit genommen - und noch solche zur elften Stunde.

Der Herr sprach damals im Gleichnis, als er zum Markt kam und sah die Leute müßig stehen, er fragte [Mt 20:6]: „Wie lange wollt ihr müßig stehen auf dem Markt?“

Und dann sagten die einen: „Niemand hat uns in den Dienst gedungen.“

Und dann sagte der Herr zur elften Stunde: „Kommt und macht die Arbeit.“

Und sie taten, was der Herr ihnen befohlen hatte. Als dann die Abrechnung kam, waren die anderen unwillig, weil sie den ganzen Tag über gearbeitet hatten und sagten [Mt 20:12]: „Wie kommt es, dass diese genauso viel bekommen wie wir?“

Und der Herr sagte ihnen [Mt 20:13]: „Bin ich nicht mit euch übereingekommen, euch zu zahlen, was ich euch gezahlt habe?“

Er hat denselben Lohn für alle gegeben, ob sie viel oder wenig, lang oder kurz dabei waren.

Wichtig ist, dass sie seinen Ruf gehört haben, mit ans Werk gegangen sind, treu erfunden wurden in dem, was getan werden sollte. Mehr fordert Gott nicht.

Ob der eine zu hundert, der andere zu tausend und ein anderer zu zigtausend spricht oder ihnen den Weg zum Herrn weist, das sind ja alles Gottes Sachen. Er verfügt diese Dinge, und nicht wir. Wichtig ist, dass ein jeder treu erfunden wird in der Aufgabe, die Gott ihm gestellt hat.

Ein Liederdichter singt:

Halt mich treu, treuer Heiland, halt mich treu,
einen Lauf hab ich zu gehen,
manchen Kampf noch zu bestehen.
Du gibst Kraft, die es schafft, halt mich treu.

Amen.

Wir singen den Chorus, wir stehen dazu auf und werden dann auch gleich beten.

Halt mich treu, treuer Heiland, halt mich treu,
einen Lauf hab ich zu gehen,
manchen Kampf noch zu bestehen.
Du gibst Kraft, die es schafft, halt mich treu.

Lasst uns gemeinsam beten.

Bruder Russ

Treuer Gott, wir danken dir wieder gemeinsam für dein teures und heiliges Wort, das du auch heute Abend an uns gerichtet hast.

Herr, wir bitten dich, sei uns allen gnädig, Herr - diejenigen, die am Worte dienen und auch diejenigen, die zuhören, o Herr.

Schenk Gnade, o Gott, schenk uns allen die Freudigkeit, Herr, dir zu dienen, Herr, solange Odem in uns ist, Herr, denn wir wissen: Es kommt die Nacht, wo niemand wirken kann, Herr, aber solange es Tag ist, Herr, wollen wir stehen für deine Sache, o Herr, und deinen Namen preisen und rühmen.

Wir wissen, du wirst Sorge tragen, Herr, für dein Volk, Herr, für deine Eigentumsgemeinde, Herr.

Anbetung und Ehre und Dank sei dir dafür gebracht, Herr, wir schauen auf zu dir, Herr, wir lassen uns nicht erschüttern, Herr, von nichts, was auch kommen mag, Herr.

Wir wissen aber eins, Herr, du wirst alles wohl machen, Herr, dafür rühmen und preisen wir deinen herrlichen Namen.

Wir danken dir aus der Tiefe unserer Herzen, dass du bis jetzt geholfen hast, Herr, Anbetung und Ehre, Dank und Preis sei dir gebracht. 

In Jesu Namen.

Amen.