Freie Volksmission

Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Heb.13.8

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Rundbrief Dezember 1998 / Ewald Frank

2. Nun etwas zu dem Thema »Gericht«




Als Bruder Branham »hinter den Vorhang der Zeit« genommen wurde und wie Paulus eine Vorschau ins Paradies tun durfte, wurde ihm auch gesagt: »Wenn Jesus wiederkommt, wirst du gerichtet werden!« Erstaunt fragte er: »Müssen sich Paulus und Petrus auch dem Gericht stellen?« »Ja, auch sie werden gerichtet werden,« lautete die Antwort.

Mit den verschiedenen »Gerichten«, die stattfinden werden, zum Beispiel, wenn der Menschensohn kommt und die Völker richten wird (Matth. 25, 31) oder bei Beginn der Königsherrschaft (Offbg. 11, 18 und Offbg. 20, 4) oder dem Endgericht wollen wir uns hier nicht befassen. Diesmal geht es um die Tatsache, dass alle — auch die zur Braut-Gemeinde Gehörenden — vor dem Richterstuhl Christi erscheinen müssen.

Paulus schließt sich mit ein und schreibt: »Du aber: — wie kannst du dich zum Richter über deinen Bruder machen? Oder auch du: — wie darfst du deinen Bruder verachten? Wir werden ja alle vor den Richterstuhl Gottes treten müssen, … Demnach wird ein jeder von uns über sich selbst Rechenschaft vor Gott abzulegen haben.« (Röm. 14, 10-12).

»Darum bieten wir auch allen Eifer auf, mögen wir uns schon in der Heimat oder noch in der Fremde befinden, Ihm wohlgefällig zu sein. Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit ein jeder seinen Lohn empfange, je nachdem er während seines leiblichen Lebens gehandelt hat, es sei gut oder böse.«

Die Brautgemeinde erscheint nicht im »Endgericht vor dem Weißen Thron«, bei der »zweiten Auferstehung«. Das geht aus den nachfolgenden Worten unseres Herrn hervor: »Wahrlich, wahrlich Ich sage euch: Wer Mein Wort hört und dem glaubt, der Mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tode ins Leben hinübergegangen.« (Joh. 5, 24). Daraus haben viele Gläubige abgeleitet, dass sie gar nicht gerichtet werden. In der Annahme, dass sie weder sich selbst noch anderen noch Gott Rechenschaft über ihr Tun zu geben haben, fehlt ihnen manchmal das geringste Maß an Gottesfurcht. Die angeführten Schriftstellen aus Röm. 14 und 2. Kor. 5 u. a. sollten uns aber eines Besseren belehren. Bevor die Heiligen die Welt und die Engel richten können (1. Kor. 6, 2+3), werden sie selbst gerichtet werden. Alles, was während unseres Lebens ungeklärt geblieben ist, wird dort zur Sprache kommen und geklärt werden. Sogar für jedes unnütze, Schaden verursachende Wort wird jeder Rechenschaft ablegen müssen: »Ich sage euch aber: Von jedem unnützen Wort, das die Menschen reden, davon werden sie Rechenschaft am Tage des Gerichts zu geben haben.« (Matth. 12, 36).

Paulus bringt das Thema auf den Punkt: »Denn ich bin mir wohl keiner Schuld bewusst, aber dadurch bin ich noch nicht gerechtfertigt; nein, der Herr ist’s, der das Urteil über mich abgibt. Daher urteilet über nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das im Dunkel Verborgene ans Licht bringen und die Gedanken der Herzen offenbar machen wird; und dann wird einem jeden das ihm gebührende Lob von Gott her zuteil werden.« (1. Kor. 4, 4-5).

Was die Verkündigung betrifft, konnte Bruder Branham bei seinem Erlebnis »hinter dem Vorhang der Zeit« im Vergleich zu Petrus und Paulus mit Gewissheit sagen: »Ich habe das gleiche Evangelium gepredigt und getauft wie sie! Wenn sie vor Gott bestehen werden, dann werde auch ich vor Ihm bestehen!« Das ist auch mein wahrhaftiges Zeugnis.

Paulus schreibt an seinen Mitarbeiter, von tiefer Gottesfurcht durchdrungen: »Ich beschwöre dich vor dem Angesicht Gottes und Christi Jesu, welcher dereinst Lebende und Tote richten wird, bei Seiner Erscheinung und bei Seiner Königsherrschaft … fortan liegt für mich der Siegeskranz der Gerechtigkeit bereit, den der Herr, der gerechte Richter, mir an jenem Tage zuteilen wird; jedoch nicht nur mir, sondern überhaupt allen, die Seine Erscheinung lieb gehabt haben.« (2. Tim. 4, 1+8).

Direkt nachdem unser Herr in Matth. 25, 1-13 vom Kommen des Bräutigams und vom Eingehen zum Hochzeitsmahl spricht, finden wir von vers 14 an beschrieben, wie Er mit Seinen Knechten, denen Er Sein Vermögen in unterschiedlichen Pfunden anvertraute, abrechnen wird. Die treuen durften als Belohnung zum Mahl eingehen: »Schön, du guter und treuer Knecht! Du bist über Wenigem treu gewesen, Ich will dich über Vieles setzen: gehe ein zum Freudenmahl deines Herrn!« (V. 23). Zuerst fordert der Herr Rechenschaft, erst danach folgt des Hineingehen zum Freudenmahl. Paulus schreibt von der Prüfung im Gericht: »Wenn das Werk jemandes, das er darauf weitergebaut hat, standhält, so wird er Lohn empfangen; wenn aber das Werk jemandes verbrennt, so wird er den Schaden zu tragen haben: er selbst zwar wird gerettet werden, aber nur so, wie durchs Feuer hindurch.« (1. Kor. 3, 14-15).

Es wird sogar große Unterschiede bei den Seligen geben. »Einen anderen Glanz hat die Sonne, einen anderen der Mond, und einen anderen Glanz haben die Sterne; denn jeder Stern ist von dem anderen an Glanz verschieden. Ebenso verhält es sich auch mit der Auferstehung der Toten.« (1. Kor. 15, 41-42a).

»Die verständigen aber werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste, und die, welche viele zur Gerechtigkeit geführt haben, wie die Sterne in alle Ewigkeit.«

Paulus ermutigt alle, die im Werke Gottes tätig sind: »Daher, meine geliebten Brüder, werdet fest, unerschütterlich, und beteiligt euch allezeit eifrig am Werk des Herrn; ihr wisst ja, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn.« (1. Kor. 15, 58). Was wird aber mit denen geschehen, die sich am Werk des Herrn nicht beteiligen?

Der Herr wird die Treue belohnen, Er wird die Tränen der Seinen abwischen und Kronen austeilen. ER wird nichts ungeklärt lassen für die Ewigkeit. Darüber wäre noch viel zu schreiben. Wollen wir den Lauf so vollenden, dass wir den Siegespreis erlangen (1. Kor. 9, 24-27)! Angesichts der nahen Wiederkunft Jesu Christi müssen alle zur Brautgemeinde Gehörenden sich prüfen und dem Feind, dem Ankläger der Brüder, überhaupt keinen Raum mehr geben. »Trachtet eifrig nach dem Frieden mit jedermann und nach der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird.« (Hebr. 12, 14).

Wir müssen unsere Seligkeit mit Furcht und Zittern schaffen und alles mit Gott und Menschen in Ordnung bringen. Oder wollen wir warten, bis solche Fälle wie mit Ananias und Sapphira geschehen (Apg. 5)? Das Gericht beginnt schon jetzt am Hause Gottes. Alle Selbstgefälligkeit und fromme Gefühlsduselei nützt doch keinem. Entweder wird Christus in unserem Leben wirklich offenbar und wir mit Ihm in Herrlichkeit (Kol. 3) oder wir sind einem Selbstbetrug zum Opfer gefallen. »Darum, Geliebte, seid in Erwartung dieser Dinge eifrig bemüht, fleckenlos und unsträflich vor Ihm erfunden zu werden im Frieden.« (2. Petr. 3, 14). Welch eine Gottesfurcht müsste über jeden einzelnen Gläubigen kommen, wenn wir uns dessen bewusst werden, dass wir nach unseren Worten und Werken gerichtet werden!

Der Herr spricht: » Siehe, Ich komme bald und Mein Lohn mit Mir, um einem jeden nach seinem Werk zu vergelten.« (Offbg. 22, 12). Können wir, so wie wir sind, vor Ihm bestehen und von Herzen rufen: »Amen, komm, Herr Jesus!«?

(Dan. 12, 3).
(2. Kor. 5, 9-10)
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